Geschichte:
Ursprünglich wurde Ephesos in einer Bucht gegründet, in der der Kaystros-Fluss (Menderes) ins Meer mündet.
Es ist nicht bekannt, wann und von wem Ephesos (Ephesus - beide Schreibweisen sind korrekt) gegründet wurde. Die ersten Information stammt aus dem Jahr 2000 v. Chr. Die Stadt soll neben dem Tempel der Muttergötting Kybele (später Artemis) existiert haben. Die ältesten Quellen sagen, dass die Amazonen die Stadt gegründet haben. Sie wurde weiter von den Kariern und den Lelegern bewohnt.
Im 11. Jhrt. v. Chr. wurde die Stadt von den Ioniern unter dem König Kodros erobert. Es wird erzählt, dass ein Orakel befragt wurde. Dort wo sich ein Fisch und ein Wildschwein treffen, sollte die Stadt neu erbaut werden. Die Stadt wurde in ca. 1,5 km Entfernung vom Tempel an der Küste neu erbaut. Im Jahre 540 v. Chr. belagerte der lydische König Krösos die Stadt und zwang die Bewohner in der Nähe des Tempels in der Ebene zu wohnen. Nach den persischen Kriegen blühte die Stadt auf. Während der peleponesischen Kriege kam Ephesos zuerst unter die Herschaft Athens und dann von Sparta (404 v. Chr.). Nach der Schlacht von Granikos befreite Alexander der Grosse die Stadt von den Persern. Im Jahre 283 v. Chr. wird Ephesos von Lysimachos, einem Nachfolger Alexander des Grossen erobert.
Mit der Zeit versandete die Ebene durch das Schwemmgut des Menderes (Mäander) und die Stadt wurde vom Meer abgeschnitten. Die Ebene verwandelte sich in eine Sumpflandschaft. Lysimachos verlegte die Stadt zu ihrem heutigen Platz. Er zwang die Bevölkerung in die neue Stadt umzusiedeln. Ephesos entwickelte sich zu einer der reichsten Städte der damaligen Zeit.
Nach dem Tod von Lysimachos war Ephesos lange unter der Herrschaft von Ägypten und Syrien. Um 190 v. Chr. ging es in die Hände des römischen Reiches über. In der Zeit von Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) wurde es zur Zentrale der Provinzen Roms in Kleinnasien. "Erste Stadt Asiens" nannte sich die Stadt stolz auf ihren Münzen, als sie neben den Städten Italiens, Alexandria und Antiochia zu den wichtigsten Städten des römischen Reiches gehörte. Ephesos galt als das Bankhaus Kleinasiens.
Fast alle Bauwerke, die wir heute sehen stammen aus dieser Zeit. Im 3. Jh. n. Chr. plünderten die Goten die Stadt. Der Stern der glanzvollen Stadt begann zu sinken, zudem auch der Hafen verlandete und für Fernfrachter unpassierbar wurde. Im 4. Jh. n. Chr. wurde Ephesos Bischofssitz. Die Stadt wurde um 654/655 n. Chr. vom späteren Kalifen Muawija erobert. Anscheinend wurde die Stadt zu diesem Zeitpunkt entgültig aufgegeben und die Bewohner zogen in das Gebiet des heutigen Selcuk.

Sehenswürdigkeiten:
Nördlich und südlich liegen die beiden Parkplätze. Ausserdem weiss ich aus eigener Erfahrung, dass es manchmal nicht so einfach ist, Plätze, die neben den Hauptstrassen liegen, zu erreichen. Reiseführer sind hier nicht immer ganz zuverlässig.
Tip: Wer Ephesos besuchen will, sollte sich die Luftaufnahme und vielleicht auch vergrösserte Ausschnitte dieses Programms ausdrucken.

Es ist nicht so einfach, alles zu beschreiben. Deshalb habe ich als Fixpunkt das grosse Theater von Ephesos genommen. Da dies nicht zu übersehen ist.

Das grosse Theater
gehörte mit ca. 25.000 Sitzplätzen zu den grössten der Antike. Seine jetzige Form erhielt es in der Zeit von Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.) und Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.).
In diesem Theater soll auch der Aufstand der Silberschmiede gegen den Apostel Paulus stattgefunden haben.
Auch heute finden in diesem Theater noch Veranstaltungen statt. Wer dazu Gelegenheit sollte diese nutzen (Das gilt auch für das im Raum Antalya gelegene Theater von Aspendos).
Ein kleiner Tip: Eine Veranstaltung dauert meistens einige Stunden. Die Sitzreihen sind immer etwas staubig. Man sollte deshalb nicht die beste Kleidung tragen oder etwas dabei haben, auf das man sich setzt (z.B. Handtuch). Auf jedenfall sollte man ein Kissen oder ähnliches mitnehmen. Die Steine werden immer härter, je länger man auf ihnen sitzt.

Die Hafenstrasse (Arkadiane)
ist die Strasse, die vom grossen Theater links weg (Wer vom oberen Parkplatz kommt, kommt genau auf die Arkadiane). Die Hafenstrasse war auf beiden Seiten mit Säulen verziert. Sie führte vom Hafen bis zum grossen Theater. Sie war eine der Hauptstrassen von Ephesos. Unter Kaiser Arkadius wurde die Strasse reastauriert (395-408) und in Arkadiane umbenannt. Die Strasse war mit Statuen verziert und wurde nachts mit Öllampen beleuchtet. An der Stelle, an der die Strasse zum Meer kam, befand sich ein Hafentor. Dieses ist in seiner ganz Pracht erhalten geblieben. Es ist leider nicht möglich, es zu fotografieren, da man sich wegen der Sümpfe ringsherum nicht nähern kann (Es sollen dort aber 1987/88 Ausgrabungen stattgefunden haben).Leider habe ich bisher nie ein Foto noch eine Luftaufnahme von diesem Tor finden können. Sollte jemand mehr Glück haben als ich, kann er mich vielleicht benachrichtigen. Hier bei Google Earth verbirgt es sich anscheinend unter den Wolken.
Im Zentrum der Strasse standen 4 monumentale Säulen aus dem 4. Jh. Der Grund für deren Errichtung ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass sie Statuen der vier Authoren des Neuen Testamentes trugen.

Marienkirche
Man findete die Kirche links vom oberern Parkplatz.
In früherere Zeit diente die Kirche als Börse (Deigma genannt). Im 4. Jh. baute die Kirchengemeinde den Kommerzbau um. Im Jahre 431 fand hier ein Konzil statt. Auf Ihm wurde beschlossen, dass Maria die Mutter Gottes ist.

Marmorstrasse
Die Marmorstrasse war die Hauptstrasse von Ephesos. Sie führt vom grossen Theater zur Stadtmitte von Ephesos (Süden). Ihre Länge betrug einst 4 km. Sie führte zum Artemis-Tempel. Heute führt sie zur Stadtmitte von Ephesos. Fast in der Mitte der Marmorstrasse zeigen eine Fusspur und die daneben liegenden Zeichen, wo sich das Freudenhaus befand. (Wenn man vom Theater kommt auf der rechten Seite).
Die Zeichen sind von einigen niederen Stangen eingefasst und sind leicht zu übersehen.

Handels-Agora
Sie liegt rechts der Marmorstrasse (wenn man vom grossen Theater kommt). Sie war einst das Handelszentrum von Ephesos. Einer der Eingänge war das Mazeus und Mithridates Tor direkt neben der Celsus Bibliothek. Genau in der Mitte befand sich einst eine Wasseruhr. Die Agora entstand im hellenistischen Zeitalter und wurde und Kaiser Augustus erheblich erweitert. Die quadratische Form mit umlaufenden zweischiffigen Säulenhallen erhielt der Platz im 1. Jh. n. Chr. Teile der hellenistischen Magazine und Hallen wurden vor allem im westlichen Bereich des Marktes ausgegraben, am Westrand konnten fünf Siedlungsperioden (ab dem 7. Jh. v. Chr.) aufgedeckt werden.

Die Celsus Biblliothek
Seit ihrem Wiederaufbau bildet die Celsus Bibliothek (CB) die Stadtmitte von Ephesos. Die CB gehört mit ca. 12.000 Schriften zu den größten Bibliotheken der Antike Sie wurde 135 n. Chr. erbaut. .
Ich kenne hier zwei Versionen:
a) Sie wurde von Celsus, der Statthalter in Ephesos (Gouverneur der Provinz Asia) war erbaut (110 n. Chr.)
b) Sei wurde von seinem Sohn Julius für seinen Vater erbaut (135 n. Chr.)
Auf jedenfall wurde Celsus erlaubt in Ihr begraben zu werden.
Das Grab von Celsus befindet sich an der Rückseite der CB. Man gelangt zu ihm, wenn man die Treppe an der rechten Seite einige Stufen hinuntergeht und dann einen ca. 15 m langen gewundenen Korridor folgt. Das Oberteil seines weissen Marmorsarkophages ist mit Schlangen, Nike, Eros und einer Medusa verziert (Ich hoffe, die Angabe stimmt).
Auch heute stellen Künstler ihre Arbeiten in der CB aus.

Mazeus und Mithridates Tor
Es befindet rechts neben der Celsus Bibliothek. Mazeus und Mithridates waren Sklaven, die vom Kaiser begnadigt und in die Freiheit entlassen wurden. Zum Dank haben sie dem Kaiser Augustus und seiner Famlie dieses prachtvolle Tor gestiftet. Das Tor war einer der Eingänge zur Handels Agora.

Das Freudenhaus
Es befindet sich am Ende der Marmorstrasse gegenüber der Celsus Bibliothek. Es stammt aus dem 4. Jh. Hygiene war hier oberstes Gebot. Bevor die Kunden in den grossen Saal gelangten, mussten Sie Hände und Füsse waschen. Das Haus war Venus (Aphrodite) gewidmet.
Es wird angezweifelt, dass es sich hier wirklich um das Freudenhaus handelt. Unterlagen, die in der Scholastikiatherme gefunden wurden, lassen darauf schliessen, dass dort nicht nur gebadet wurde.

Kuretenstrasse
Die Kuretenstrasse führt von der Celus Bibliothek zum kleinen Theater (Obeidon). Sie war als heilige Strasse bekannt. Lysimachos liess diese Strasse in ihrer originellen Form im 290 v. Chr. restaurieren. Der antike Name der Strasse dürfte Embolos gelautet haben. Im oberen Teil wird sie von Säulenhallen gesäumt. Im unteren Teil mehren sich die öffentlichen Gebäude so wie Grab und Ehrenbauten. Die Orientierung der Straße belegt sowohl ihr hohes Alter als auch ihre kultische Bedeutung als Weg der Artemisprozession. Unter der 6,8 bis 10 m breiten, marmor- und kalksteingepflasterten Fahrstraße, die mit 10% Steigung eine Höhendifferenz von rund 20 m überwindet, laufen Abwasserkanäle.

Hanghäuser
Aus der Luft nicht zu übersehen, die riesige überdachte Halle. Sie wurde zum Schutz der Hanghäuser erbaut. Leider war es bei meinem letzten Besuch in Ephesos (2003) nicht möglich, diese Hanghäuser zu besichtigen.
Auf der Luftaufnahme sind rechts neben der Halle an der Strasse aber die Formen solcher Häuser zu erkennen.
Zwischen der Strasse und den Häusern liegen, nicht betretbar, Mosaike. Diese war überdacht. Die Häuser in der ersten Reihe waren Geschäfte. Ähnlich wie in der heutigen Zeit eine Einkaufsstrasse.

Die öffentlichen Toiletten
Auf der anderen Strassenseite befinden sich die öffentlichen Toiletten. Es gab mehrere in Ephesos. Sie waren mit fliessenden Wasser ausgestatten. In den Toiletten wurden Geschäfte abgeschlossen und Politk gemacht. Vielleicht stammt das Wort "Sch.....hauspolitk" aus dieser Zeit.

Hadriantempel
Das kleine tempelartige Monument stellt aufgrund seiner Bauinschrift eine Huldigung an Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) dar. Bemerkenswert ist vor allem seine dekorative Ausgestaltung. Im mittleren Bogen ist das Abbild einer Göttin dargestellt. Wer dargestellt ist lässt sich nicht mit Sicherhheit sagen. Es könnte aber Tyche, die Stadtgöttin von Ephesos sein.

Scholastiker Therme
Die erste Form des Bades stammt aus dem 2. Jh. Scholastika, eine Dame, lies das Bad im 4. Jh. in der heutigen Form restaurieren. Es hatte 3 Stockwerke. Der obere Teil des Bades ist heute nur noch eine Ruine. Das Bad wurde durch heisse Luft unter dem Boden beheizt. Noch heute kann man die tönernen Wasserleitungen im Boden erkennen. Die Anlagen und Einrichtungen, die das Bad mit Heissluft und heissem Wasser versorgten, befanden sich im ersten Stock, Vom dritten Stock ist nur eine grosser Bogen übriggeblieben. Das Bad besass neben einem Schwimmbecken noch einen Heisswasser- (Caldanum), einen Lauwarmwasser- (Tepidarium), einen Kaltwasserraum (Frigidarium). Sowie An- und Auskleidreräume (Apoderium).
Im Bad befindet sich auch die, leider kopflose Statue der Scholastika.

Der Trajan Brunnen
Wenn man vom Hadrian Tempel weiter hinaufgeht, sieht man den Brunnen an der linken Seite des Panayir Dag (Dag = Berg) in seiner restuarierten Form. Der Brunnen wurde im 1. Jh. n. Chr. Kaiser Trajan (98 - 117) gewidmet. Er setzt sich aus zwei Stockwerken zusammen. Von der Statue ist nur noch der "Fuss" übrige geblieben. Interessant ist die Kugel. Vermutungen gehen dahin, dass es die Weltkugel ist.

Herakles Tor
Hier habe ich keine Beschreibung gefunden. Es fällt sofort auf, da auf dem Boden Holzplanken zur Begehbarkeit gelegt sind.

Memmius Denkmal
Ist eines der Denkmäler, die den Domitian Platz verschönerten. es wurde zu Ehren von Sullas Memmius im 1. Jh. n. Chr. errichtet. Ende des gleichen Jahrhunderts wurde vor das Denkmal ein Brunnen gesetzt.
Gegenüber dem Memmius Denkmal zweigt nach rechts (von der grosse Bibliothek kommend) der Domitianplatz ab.

Domitiantempel
Fällt auf durch die beiden Säulen . Er bestand aus 2 Stockwerken . Das erste Stockwerk wurde als Lager benutzt. Das 2. diente als Tempel. Der Tempel wurde zu Ehren Kaiser Domitian errichtet.

Pollio-Springbrunnen
Der Brunnen wurde neben dem Domitiantempel im 1. Jh. n. Chr. errichtet. Vor diesem Brunnen, dessen Bogen neu restauriert wurde, befand sich ein Bassin aus Marmor mit Standbildern.

Gegenüber, auf der Ecke, vom Memmius Denkmal befindet sich ein Reliefbild der Sigesgöttin Nike. Sie hält in der linken Hand als Sinnbild des Sieges eine Lorbeerkranz. Sie stammt aus der römischen Periode und wurde unter den Ruinen des Domitianplatz gefunden.

Vom Domitianplatz steigt die Kuretenstrasse an. In der Strassenmitte findet man eine eisernen Ring. Daran soll eine Fackel, die der Strassebeleuchtung diente, befestigt worden sein.

Rathaus (Prytaneion)
Auf der linken Seite folgen die Ruinen des Rathauses. Diese sind erkennbar an den zwei Säulen mit dem Querträger und dem Aufsatz einer 2. Säule.
Bei der Ausgrabung wurden Säulen und Tafeln, sowie Statuen von Diana gefunden. Die Zimmer gruppierten sich um das heilige Feuer.
Der untere Teil stammt aus hellenistischer Zeit. Der obere Teil aus der römischen Periode. Das Gebäude diente gleichzeitig als Wohnsitz für die Provinzregierung.

Staats-Agora (Forum)
Gegenüber dem Rathaus befindet sich die Staats-Agora.

Variustherme
Auf der linken Seite folgt nach dem Rathaus die Variustherme. Sie wurde wahrscheinlich als Gymnasium erbaut. Es wurde im 2. Jh. gebaut. Später mehrmals geändert und restauriert.

Odeon (Kleines Theater)
Es wurde im 2. Jh. n. Chr. von Vedius Antonius und seiner Frau erbaut und fasst ca. 1500 Personen. Es wird vermutet, dass das Theater mit einem Dach versehen war, da keine Vorrichtungen für den Abfluss von Regenwasser zu sehen sind.


Abseits liegende und übersehene Sehenswürdigkeiten

Hafenbäder
Zwischen der Marienkirche und der Hafenstrasse sieht man die Reste vvon Gebäuden und kunstvoll bearbeiteten Marmorstücken. Die Bäder stammen aus dem 2. Jh. n. Chr. Im 4. Jh. lies Kaiser Konstantin die Bäder renovieren. Die Granitsäulen der Bäder tragen jetzt die Kuppel der Isa Bey Moschee. Von der Hafenstrasse gelangt man in den Säulen umgebenen Hof der Thermen. Auf beiden Seiten des Portals befinden sich rechteckige Becken, die mit Girlanden tragendenden Stierköpfen geschmückt sind.

Grab der Schwester Kleopatras
In der Höhe der Halle, die über den Hanghäusern errichtet wurde, befindet sich das Grab der Schwester Kleopatras. Es wird berichtet, dass Kleopatra ihre Schwester ermorden lies. Diese hatte sich im Artemision versteckt und wurde dort von den Soldaten Mark Antons entdeckt und ermordet. Was eine ungeheure Schändung des Heiligtums darstellte.

Wasser-Palast
Dieser befindet sich gegenüber dem Rathaus auf der entfernten Seite der Staatsagora.

Stadion
Dieses befindet sich zwischen dem oberen Pakplatz und der Strasse nach Selcuk
Es hat eine Abmessung von ca. 229 m x 225 m. An der Ostseite befand sich eine Arena für Gladiatorenkämpfe. Auf den Steinstufen am Hang auf der rechten Seite sassen die Zuschauer.
Auffällig ist das Stadion-Tor, das im 1. Jh. n. Chr. in der Zeit von Nero (54 - 68) erbaut wurde. Die heutige Form stammt wahrscheinlich aus dem 3. Jh. n. Chr.
Soweit ich weiss, kann man das Stadion nicht besichtigen.

Lukas Grab
Das sog. Lukas Grab befindet sich unterhalb des südlichen Parkplatzes.
Alle Informationen befinden sich auf der unten angebenen Webseite.
http://www.oeaw.ac.at/antike/ephesos/lukasgrab/lukasgrab.html

Ich habe versucht die wichtigsten Sehenwürdigkeiten von Ephesos bei einem Rundgang zu beschreiben. Als Hilfe und Vorbereitung für einen Besuch dieser Ruinenstadt.
Weiter habe ich versucht, die Beschreibungen möglichst knapp und fehlerfrei zu halten. Manchmal ist es nicht einfach, da es auch hier widersprechende Angaben gibt.
Da in Ephesos weiter ausgegraben wird, dürften sich Angaben ändern.
Sollten Fehler enthalten sein, so bitte ich um Nachricht.

Bei seiner Besichtigung von Ephesos sollte man immer daran denken, dass bis heute eigentlich nur die Innenstadt ausgegraben ist.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:

Artemision
Wer der Strasse nach Selcuk folgt, findet den berühmtesten Tempel des Altertum, oberhalb der Strasse kurz vor Selcuk. Nur wenig ist geblieben von einem der sieben Weltwunder der Antike.

IsaBey-Moschee
Sie ist auf den Luftaufnahmen kaum zu übersehen. Folgt man der ersten Querstrasse von Selcuk nach Norden (oben) fällt das Gebäude mit dem Doppeldach und dem quadratischen Hof sofort auf. Die Isabey-Moschee hat wenige sehenswertes zu bieten. Die Säulen im Innenhof stammen aus den Hafenthernen von Ephesos. Dazu kommen Grabstelen aus selcukischer und osmanischer Zeit.

Johannes-Basilika
Genau östlich (rechts) von der Isabey-Moschee liegen die Reste der Johannes-Basilika. Über dem Grab wurde eine kleine Kapelle erbaut, die im 6. Jh. unter Kaiser Justinian (dieser lies auch die Haggia Sophia in Istanbul erbauen) zu einer gewaltigen Basilika erweitert wurde. Sie sollte den Artemis Tempel (Artemision), dessen Reste sich westlich von ihr befinden, an Pracht gleichkommen.
Die Johannes Basilika gehörte mit ca. 130 x 40 m zu den sieben grossen Kirchen Kleinasiens. Die Kirche wurde im Mittelalter durch ein Erdbeben zerstört.
Heute betritt man das Gelände durch das "Tor der Verfolgung", dass sich südlich der Kirche befindet.
Leider werden die Details bei der Vergrösserung immer unschärfer. Trotzdem kann man in der rechts die rotbraune Verfärbung erkennen. Darin befindet sich ein graues Quadrat. Dies ist das Grab des heiligen Johannes.
Seltsamerweise wird auf Ausflügen meistens nur das Artemision und die Isa Bey Moschee besucht.

Meryem Ana
Die Legende berichtet, dass der Evangelist Johannes die Mutter Jesu Jahre nach dessen Tod nach Ephesos brachte, wo Sie bis zu Ihrem Tod lebte. Nach Ihrem Tod verfiel das Haus. Es wurde erst im 19. Jahrhundert wieder entdeckt, nach den Visionen einer deutschen Nonne, die niemals dort gewesen war. Natürlich war der es umstritten, ob dies der Sterbeort der Heiligen Maria war. Papst Paul VI. hat nach einem Besuch im Jahre 1967 den Ort als echt anerkannt. Dieser Ort ist für christliche und muslimische Pilger schon lange ein Wallfahrtsort. Für die Muslime ist Jesus einer der Propheten, an deren Ende sich der Prophet Mohammed befindet. Maria wird im Koran ähnlich verehrt wie im christlichen Glauben.
Hinter dem Haus befindet sich eine Quelle. Wer davon trinkt hat einen Wunsch frei. An einer Mauer befinden sich unzählige Schleifen, die davon berichten, dass ich die Wünsche erfüllt haben.
Die Strasse am unteren (südlichen) Eingang von Ephesos führt nach Meryem Ana.

Ephesos Museum in Selcuk
In diesem Museum sind Fundstücke aus Ephesos und dem Artemision ausgestellt.
 
Camlik Eisenbahnmuseum
Nach 10 Jahren führte mich eine Rundreise wieder nach Ephesus. In Camlik nahmen wir unser Mittagessen ein. Unser Reiseführer sagte, uns, dass daneben eine privates Eisenbahnmuseum befindet, dass man kostenlos besichtigen kann. Dann kam die Überraschung. Ca. 30 Lokomotiven + Anhänger waren dort ausgestellt. Von hier aus leitete Kemal Atatürk die Offensive im Süden im Krieg gegen Griechenland. Sein Wagon ist auch ausgestellt. Wer die Zeit hatte sollte das Museum besuchen. Es liegt zw. Selcuk und Aydin. Ca. 10 Minuten von Ephesus entfernt. Eigentlich ein Muss für jeden Eisenbahnfan. Das Museum ist durch die Drehscheibe sehr leicht in Google Earth zu erkennen.

Wie erreicht man Ephesos
1. Von Izmir auf der gut ausgebauten Autobahn über Selcuk. Man kann dies per Taxi, Dolmusch oder per Bus. Die Fahrzeit (Taxi) beträgt etwa eine Stunde.

2. Von Kusadasi (das antike Scala Nova) erreicht man das nur 20 km entfernte Ephesos per Taxi , Dolmusch oder man bucht über die Reiseleitung einen Ausflug. Kusadasi liegt auch optimal für Ausflüge nach Priene, Milet, Didyma. Auch Pamukkale (Hierapolis) liegt nicht allzuweit entfernt.

3. Im Rahmen einer Rundreise. Hier ist allerdings die Zeit relativ eingeschränkt. Zudem muss man genau nachsehen, was besucht wird. Bei manchen Rundreisen wird nur Ephesos besucht und keine der umliegenden Sehenwürdigkeiten (Artemision, usw.). Auf einer Rundreise über Ephesos sollten auch Pergamon, Priene, Milet und Didyma auf der Route liegen. Wer eine Rundreise bucht, sollte auch unbedingt auch auf die angebotene Verpflegung achten. Die meisten Reiseunternehmen bieten Halbpension, es gibt aber auch, bei fast gleichen Preis, Vollpension.

Hinweis:
Es gibt in Ephesos viel zu (über-) sehen. Hier sollte man nicht an Filmaterial (Camcorder) oder Foto ("Fotoapperat") sparen. Im Zeitalter der digitalen Fotografie spielen einem fast nur noch die Akkus, die dann immer leer sind, wenn sie es nicht sollen, einen Streich.

Kartenmaterial:
Landkarten für die Türkei gibt es von vielen Verlagen. Meiner Meinung nach stammen die besten aus dem Reinhard Ryborsch Verlag. Die Karten enstanden in Zusammenarbeit mit dem türkischen Verteidigungsministerium in Ankara.
Kartographischer Verlag Reinhard Ryborsch, 63179 Obertshausen, Tel.:06104/79039
http://web2.cylex.de/firma-home/kartographischer-verlag-reinhard-ryborsch
http://www.buch.de/buch/schlagwort/ryborsch_reinhard.html

Literatur:
Bücher kauft am besten an den Eingängen von Ephesos. Es gibt verschiedenen Verlage. Der Preis pro Buch liegt bei etwa 10,-- Euro.
Alle Bücher enthalten sehr gutes Bildmaterial und sind von sehr guter Qualität.

Webseiten:
[url=http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.trinkl/forum/forum0897/04topo.htm]
http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.trinkl/forum/forum0897/04topo.htm
http://www.oeai.at/ausland/ephesos.html

http://www.tuerkei-kultur-info.de/

Andere Posts:
Hierapolis/Pamukkale
http://bbs.keyhole.com/ubb/showthreaded.php/Number/520709
Berg Nemrud
http://bbs.keyhole.com/ubb/showthreaded.php/Number/544562
Pergamon
http://bbs.keyhole.com/ubb/showthreaded.php/Number/600338
[Knossos
http://bbs.keyhole.com/ubb/showflat.php/Cat/0/Number/1255127/

Kurze Posts:
Meryem Ana (Sterbeort der Mutter Jesu)
Johannes Basiika (Selcuk)